Suedliche Suedinsel

Immer noch am Arbeiten auf dem Himbeerfeld. Ans Essen moechte man nach der ersten Woche schon nicht mehr denken. Aber es gibt immer noch genug fuer uns zu tun. Wir duerfen noch Schachteln bekleben (auf gut schwaebisch: baeppen!), Erntemaschine mitfahren, Draehte spannen und und und. Nebenbei werden wir noch oefter von Li und seiner ganzen vietnamesischen Mannschaft zum Essen eingeladen und lernen auch unser erstes Rezept fuer vietnamesischen Dip kennen. In Motueka treffen wir den Weihnachtsmann, welcher sich als internationaler Hitchhikingchampion herausstellt und uns zum Burgeressen und Bier einlaedt. So ist Neuseeland.

Nachdem wir dann am 21. 01. beschliessen, den Himbeeren ein Ende zu setzen, gestalten wir fuer unseren Bulli eine neue Inneneinrichtung. Mit Hilfe von Akkuschrauber, 2 Saegen und 300 Schrauben, bauen wir ein etwas uebertriebenes Bett und anderen Schnickschnack wie z.B. 2. Regal, Klamottenfaecher, Klapptisch, Kocherhalterung uvm. Wie es das Schicksal so will, verabschiedet sich dann passend nach erfolgreichem Umbau unsere Dieselpumpe. Also auf zur Werkstatt nach Upper Moutere und Kostenvoranschlag einholen: 800-1500$. Nach langem Hin und Her entschliessen wir uns, den Bulli reparieren zu lassen. 10 Tage soll es dauern. Fuer uns genug Zeit um zum Kahurangi Nationalpark zu hitchhiken und dort den Leslie-Karamea Track in aller Ruhe zu gehen. Vorher muessen wir aber noch unser Flugticket umbuchen, was normalerweise ja eigentlich kein Problem darstellen sollte. Da wir aber hier in Neuseeland sind, merkt man mal wieder die Gelassenheit der Leute. 50 oder mehr NZ$ investiert in Telefonkarten, Faxe und Kopien spaeter kriegen wir dann doch die Bestaetigung, dass die Fluege eingebucht wurden und wir nur noch nach Christchurch kommen muessen, um dort unser Ticket zu aendern. Alles erledigt, also ab weg. Nach 9 Tagen im Kahurangi – davon 8 Sonnentage – ,unzaehligen Sandflystichen, 0 Forellen, 1 Aal und eingelaufenen Schuhen kommen wir zurueck nach Upper Moutere um unseren Bulli abzuholen.

Mit fertig repariertem Bulli gehts dann nach nem kleinen Stop in Motueka (Waeschewaschen) runter zur Westcoast. In Westport treffen wir dann Joscha wieder, der vor ein paar Tagen Manuel in Christchurch ins Flugzeug gesetzt hat. Zusammen machen wir n kleinen Abstecher zu den Opara Limestone Arches und den danebenliegenden Hoehlen. Danach gehts runter vorbei an den Pancake Rocks, der Sealcolonie in Westport und Greymouth Richtung Arthurs Pass District.

Dort mit schlechtem Wetter angekommen organisieren wir uns fuer die naechsten beiden Tagen ne Karte und Infos zum Track. Am naechsten Tag – natuerlich passend mit gutem Wetter – gehts auf zum Avalanche Peak und runter zur Crow Hut. Dort lernen wir Daniel und Rene, natuerlich auch Deutsche, kennen und gehen mit denen zusammen die naechste Tagesetappe. Nach unzaehligen Rivercrossings und nassen Fuessen packen wir unsere Sachen zusammen um Richtung Stratford zu fahren und Joscha wiederzutreffen, der sich aufgrund kaputter Schuhe entschieden hatte, in der Zeit neue Bremsen fuer sein Auto zu organisieren.

Nachdem wir in Stratford ne Nacht am Fluss verbracht haben, gehts auf in Richtung Christchurch. Nach etwas Sightseeing und nem erfrischenden Bad im oertlichen Schwimmbad, gehts weiter Richtung Lake Tekapo. Dort die Kirche angeschaut, was eigentlich wirklich nix besonderes ist, aber sich aufgrund von der tollen Lage zum Postkartenmotiv entwickelt hat.

Am naechsten Tag verabschieden wir uns von Joscha, der sich entschieden hat, in Queenstown n Job zu suchen (was er aber auch spaeter aufgegeben hat um frueher nach Deutschland zurueckzukehren und dort fuer mehr Geld zu arbeiten). Fuer uns aber geht es zum Mt Cook, dort ab ins Visitor Centre und erkundigt wie teuer die Mueller Hut (hochgelegen aufm Sattel mit perfekter Sicht auf Mt Cook und umliegenden Mueller Gletscher) ist. Von grandiosen 18$ im Lonely Planet ist der Preis um fast 200 % explodiert. Also lieber den Tasman Glacier anschauen und spaeter merken, dass es abends und die Tage danach eh schlechtes Wetter gegeben haette.

In den naechsten Tagen machen wir das wahre Wettrennen mit der Zeit runter nach Steward Island. Vorbei an Oamaru, einigen Pinguinkolonien, den Catlins, Nugget Point (das lohnenswerteste von der ganzen Gegend) und den ach so tollen Moeraki Boulders (mehr Touristen als Boulders) ab nach Invercargill. Dort organisieren wir uns die Faehre nach Steward Island. Am naechsten Tag begeben wir uns nach Bluff um unsere Sachen fertig zu packen und uns mental auf die Faehre vorzubereiten. Schliesslich ist die Foveaux Strait, welche Steward Island von der Suedinsel Neuseelands trennt, die zweit boeseste Seestrasse der Welt.

In Bluff am Rugby Stadion (wohl eher Feld) geparkt – FEHLER!! – werden wir auch schon 2 Minuten spaeter vom ominoesen Chris zum Kaffee oder Tee eingeladen. Der Kaffee schmeckt nach Dosenbier und der Tee…welcher Tee? Nach Begutachten und negativem Staunen ueber Chris sein Haus (Chris ist uebrigens stolzer Besitzer 2 Motorraeder – beide natuerlich im Wohnzimmer) und seine Lebensweise, werden wir von Chris dazu eingeladen, zusammen mit ihm die Wunder von Bluff zu bestaunen.
Nachdem Chris uns sein Schiff gezeigt hat und uns versucht hat fuer seine Weltumsegelung (startet in 18 Monaten, Chris nimmt jede Hilfe entgegen) zu ueberreden, begeben wir uns zum groessten Wunder von Bluff: DER PUB!
Im Pub gibt es so einiges zu bestaunen. Neben zich Alkoholikern, davon sogar ein deutscher Kriegsfluechtling, einer riesigen Rugbyleinwand und einem Poolbilliardtisch, soll es hier mit das beste Bier von Bluff geben (gibts n anderen Pub in Bluff?).
Leider muessen wir diesem Wunder aber sobald Lebewohl sagen, aber es wartet ja schon das naechste Wunder. Die glorreichen obligatorischen gelben Tourischilder, die angeben, wie weit es denn wohin ist. Da es sich laut Chris um den suedlichsten Punkt handelt, den man auf der Welt mit dem Auto erreichen kann, (wir dachten immer das waere der Slope Point bei den Catlins?) nehmen wir uns etwas Zeit um dieses Gefuehl der Freiheit (so wie Chris sagt) zu spueren.
Genug Freiheit gespuert! Weiter gehts in das naechste Restaurant, wo natuerlich schon der naechste WhiskeyCola auf Chris wartet. Den wir natuerlich bezaehlen muessen.
Chris ist breit und der Australier im Restaurant meint, wir sollten unseren Papa doch mal lieber nach Hause fahren. Gesagt, getan! Chris ist weg, wir endlich auch! Dafuer kriegen wir noch 2 Packungen Nudeln und Freeze Dried Food vom Chris. Danke Chris! Bitte fuer die 2 Whiskey Cola und den Bierpincher in der Kneipe! Um 11 Uhr haben wir dann endlich unsere Sachen gepackt und begeben uns zum Schlafen auf den Bluffhuegel.

Am naechsten Morgen geben wir das Auto am Hafenparkplatz ab und begeben uns auf zur Faehre. Mit nur 1 – 1/2 m hohen Wellen haben wir ne angenehme Ueberfahrt und begeben uns sofort zum DOC in Oban. Dort organisieren wir uns ne Karte und holen uns Infos ueber Trackkonditionen und das Wetter ein. Nach 12 Tagen, davon 9 Tage Regen, nem dicken Haufen Matsche, Fluesse, die eigentlich Tracks sein sollen und dem Gefuehl eine Special Forces Ausbildung genossen zu haben, beenden wir trotzdem mit nem einigermassen gutem Gefuehl den North-West-Circuit. Schliesslich hatten wir 3 Tage richtig gutes Wetter, haben die besten Straende Neuseelands gesehen, konnten nen Kiwi beim Abendessen beobachten und wurden von Jaegern mit Fleisch und anderem Fressen ueberhaeuft (Yamee!).

In Bluff angekommen, bemuehen wir uns auch wieder schnellstem Weges Bluff zu verlassen und fahren nach Invercargill, was eigentlich auch nicht viel interessanter ist. Dafuer hat es aber n gutes Backpacker. Naja, die Waschmaschinen sind mal wieder Coldwash only, aber stoert ja nicht. Waescht man halt 2 mal und braucht 5 Stunden zum Klamotten waschen.

Tschuess Invercargill. Auf nach Fjordland. Dort Lake Manapouri bei schlechtem Wetter angeschaut und am naechsten Tag Richtung Te Anau. Im Visitor Centre schauen wir uns die Wettervorhersage fuer die naechsten 2 Tagen an.

Es klart am gleichen Tag noch auf. Also fahren wir schleunigst die Milford Road runter und halten alle 200m fuer noch geilere Aussichten.
Abends geniessen wir nach Pfannkuchenbacken am Milford Sound, den Sonnenuntergang und die Stille, die einkehrt, wenn die Flugzeuge und Boote Feierabend haben. Am naechsten Tag stehen wir um 7 Uhr auf und machen noch Fotos vom Sonnenaufgang. Um 8:55 Uhr nehmen wir dann das erste Boot fuer eine kleine Rundfahrt durch den Sound (eigentlich Fjord).
Die 50$ lohnen sich auf jedenfall und man wird mit atemberaubenden Aussichten, steil herabfallenden Felswaenden und etlichen grossen Wasserfaellen belohnt. Desweiteren sehen wir noch Seehunde und am Underwater Observatory wieder abgelegt, begleiten uns Bottlenose Delphine auf dem Weg zurueck zum Anlegeplatz.

Abends wird das Wetter auch schon wieder schlecht und am naechsten Tag fahren wir nach Queenstown. Wo wir jetzt auf seltsamster Weise schon seit 4 Stunden im Internetcafe sitzen. Und das bei gutem Wetter. Sachen gibts!

Stephan hat morgen seine erste Flugstunde und geplant ist es ueber den Haast Pass wieder Richtung Greymouth zu fahren. Von dort aus soll es dann ueber den Lewis Pass nach Kaikoura gehen und dann ueber Blenheim wieder hoch. Arbeiten muessen wir auf jedenfall dann fuer Australien und Thailand. Wann und wo das sein wird, wissen wir selbst noch nicht so genau.

Unsere Fluege sind jetzt uebrigens wie folgt gebucht:

10. Juni Auckland – Brisbane 09:30 – 11:00 Uhr
30. Juni Brisbane – Bangkok 15:20 – 21:40 Uhr
22. Juli Bangkok – Good Old Germany (Frankfurt) 12:45 – 19:00 Uhr

Updates in der Gallerie:
– Neue Bilder in der Sektion Arbeiten
– Neue Sektionen (Fjordland, Arthurs Pass…) mit etlichen Bildern
– Steward Island Sektion mit etlichen Bildern

Also weiterhin schoen lesen, Bilder gucken und neidisch werden *g*!

4 Gedanken zu „Suedliche Suedinsel“

  1. Hi there!

    Na endlich mal wieder ein Eintrag…habt ja auch lange dafür gebraucht! Die Fotos werd ich mir auch noch reinziehen…

    Übrigens Flashy, wenn wir „Pech“ haben, sehen wir uns wohl dieses Jahr auch nicht. Sehe gerade zu, für ein Jahr nach Schweden zu gehen. Also wenn alles so klappt, wie ich mir das vorstelle, kann ich dich wohl erst im Sommer/Herbst 2007 wieder sehen….man, das wären dann 3 Jahre!!!! Krass….

    Na wünsch euch noch viel Spaß und viele lustige Abenteuer!

    *knuffs den Flashy*

    Saskia

  2. Hi Flashy, neidisch werden kann man da wirklich!!! Mir fehlen nur die Kommentare zu den Fotos, aber das wäre wohl zuviel verlangt. :-)
    Freuen uns schon auf den Sommer; hier hat uns der Winter immer noch fest im Griff. Minustemperaturen im März und kein Frühling in Sicht.
    Liebe Grüße! *drück*
    Achim und Gabi

  3. Oh man! Ich werde echt neidisch bei den vielen tollen Bildern! Markus, du hast echt ein gutes Auge für schöne Bilder! (Sind doch von dir oder? :) )
    Wie ihr Mittlerweile so ausschaut! Flashy mit Bart und langen Haaren *g*
    Macht weiter so! Viel spass noch!

  4. flashy, ich will mehr bilder sehen ;)

    im forum sein aber keine bilder hochladen
    ts ts ts

    achja, mach dich schonma bereit auf zandvoort im august, solch stattlichen reiseprofi brauchen wir immer ;)

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